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Nach bündnisgrünem Antrag wurden Jahrzehnte verzögerte Baumpflegearbeiten durchgeführt
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Gerstner,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 10.03.2008. Aufgrund meiner dienstlichen Inanspruchnahme ist es mir erst heute möglich Ihnen ein paar Anmerkungen zu Ihrem Schreiben zukommen zu lassen.
Selbstverständlich ist mir klar, dass man in wenigen Tagen keine 52 Bäume pflegen kann, nachdem dies seit Jahrzehnten nicht gemacht wurde. Seit meiner Zugehörigkeit zum Ortschaftsrat Steinbach bzw. Rebland hatte ich dieses Anliegen in schöner Regelmäßigkeit vorgetragen.
Nachdem bereits der Vorgänger von Herrn Ortsvorsteher Hildner meine Anfragen immer mit leeren Kassen und fehlendem Personal als unmöglich abgetan hat, kam auch von Herrn Hildner leider nur Schulterzucken. Daher war es meiner Meinung nach einmal notwendig einen dicken Nagel ins Holz zu schlagen. Auf die Presseberichte habe ich mit Ausnahme einer Beschimpfung durch einen Ratskollegen nur positive Zustimmung erhalten. Selbst nach Wochen wurde ich unlängst auf dem Bauernmarkt in Achern von einem Steinbacher Bürger angesprochen, der sich dafür bedankt hat, dass dieses Thema in die Öffentlichkeit getragen wird.
Ihr Argument, dass man Sonderpflegemaßnahmen anlässlich eines Jubiläums nur zu Lasten anderer Stadtteile vornehmen könnte, zieht nicht. Bei kontinuierlicher Pflege baut sich eben kein Rückstau auf, für dessen Aufarbeitung hohe Kosten aufgewendet werden müssen.
Ich stimme Ihnen zu, dass ein Baum in seiner natürlichen Form ein schönes Bild abgibt.
Sie werden mir aber sicherlich bestätigen, dass Bäume ab und an einer Pflegemaßnahme bedürfen, um Totholz zu entfernen oder negative Begleiterscheinungen zu beseitigen.
Auf die Verkehrssicherungspflicht möchte ich in diesem Zusammenhang nur am Rande hinweisen.
Auf den beigefügten Lichtbildern können Sie erkennen, dass es am Bach entlang Bäume gibt, die derart von Efeu überwuchert sind, dass hier die Gefahr des Absterbens besteht. Der Efeu ist in diesem Umfang sicher nicht in 2-3 Jahren so gewachsen.
Ein gewisser Bewuchs mit Efeu mag zwar optisch einen gewissen Reiz haben, zuviel Bewuchs schadet aber dem Baum. Ich lasse mich hier im Falle des Gegenteils gerne von Ihren Fachleuten auf den entsprechenden botanischen Sachstand bringen.
Obwohl ich keine Quellen dafür gefunden habe, dass der Ortschaftsrat in Steinbach den Rückschnitt der Bäume vor Jahren nicht mehr erwünscht od. für notwendig erachtet hat, kann dies von Verwaltungsseite natürlich sicher durch ein Sitzungsprotokoll belegt werden.
Zu den von den Bündnisgrünen seit längerem gewünschten Stauschwellen im Steinbach abschließend auch nur noch eine Anmerkung: Wenn diese tatsächlich geltendem EU-Recht entgegenstehen, müssten auch die Schwellen aus der Oos im Bereich der Allee entfernt werden oder greift dort EU- Recht nicht?
In der Hoffnung, dass meine Übertreibungen (Aussage eines CDU-Ratskollegen) wenigstens eine kleine Verbesserung gebracht haben wie z.B. die Wegeerneuerung im Bürgergarten, und weitere Maßnahmen folgen, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Michael Velten
Ortschaftsrat B90/Die GRÜNEN
Brief vom 20. April 2008 an OB Gerstner


Nach mehrjährigen Bemühungen der bündnisgrünen Ortschaftsratsfraktion wurden in der Zeit vom 15. bis 25. November 2010 endlich die Baumpflege- und Nachpflanzarbeiten durch eine Fachfirma durchgeführt