Kinder und Jugend

Die Angebote zur Betreuung und Versorgung von Kindern im Rebland sind vielseitig, entsprechen aber noch nicht voll der Nachfrage. Die KandidatInnen von Bündnis 90/DIE GRÜNEN halten es für notwendig, entsprechend den unterschiedlichen Bedürfnissen die Vielfalt der Betreuung weiterhin zu unterstützen, bestehende Standards zu erhalten und nach Bedarf auszubauen. Bei der Kinderbetreuung sollen die Angebote so differenziert werden, dass sie den individuellen Bedürfnissen von Eltern und Kindern entsprechen.

Alle Kindertageseinrichtungen haben laut Kinder- und Jugendhilfegesetz einen Bildungsauftrag. Um diesem Auftrag gerecht zu werden, müssen die Einrichtungen eine Personalausstattung erhalten, die eine individuelle Förderung aller Kinder garantiert.

Kleinkinder- und Ganztagsbetreuung ausbauen

Es gilt vor allem die Betreuung für Kinder unter 3 Jahren auszubauen. Ziel muss es sein, dass für alle Kinder unter drei Jahren, deren Eltern eine Betreuung wünschen, entsprechende Plätze in Kindertageseinrichtungen geschaffen und vorgehalten werden.

Die Ganztagesplätze für 3-6jährige müssen bedarfsgerecht ausgebaut werden. Die Gebühren müssen so gestaltet werden, dass ein Ganztagesplatz für die Eltern finanzierbar bleibt.

Vielfalt und Flexibilität im Kindergarten

Es wäre wünschenswert, wenn alle hiesigen Kindergärten ihr Profil individuell ausgestalten könnten, um eine breite pädagogische Vielfalt zu erreichen und anzubieten.

Schulangebot erweitern

Die Schule ist ein wichtiger Lebens- und Erziehungsort von Kindern und Jugendlichen. Sie verbringen einen Großteil ihrer Zeit an den Schulen.

Unsere drei Grundschulen und die Hauptschule inclusive deren Sporträume müssen fortlaufend in Form eines Sanierungsprogrammes baulich berücksichtigt werden. Bei der Erneuerung von Heizungsanlagen ist auch weiterhin auf deren ökologische Ausrichtung und den Einsatz von erneuerbaren Energien besonders zu achten.

Viele Defizite an deutschen Schulen ließen sich durch ein Ganztagesangebot ausgleichen. Auch die Stadt Baden-Baden muss unter Ausschöpfung von Landes- und Bundesmitteln (Zuschuss 90 % der Investitionen) wenigstens im Grund- und Hauptschulbereich eine Ganztagesschule einrichten. Ganztagesschulen im Realschul- und Gymnasialbereich sollen folgen. Das Angebot für Mittagessen ist so zu gestalten, dass örtliche Anbieter hier zum Zuge kommen. Die Aktivierung der Steinbacher Werkrealschule (mit Wahlpflichtfach Wirtschaft und Information ab der achten Klasse) in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen Sinzheim, Weitenung und Eisental ist anzustreben. Hier muss die Möglichkeit bestehen, in einem Zug über die 9.Klasse hinaus durch Besuch der 10.Klasse die Mittlere Reife zu erwerben. Der von der CDU/FDP-Landesregierung derzeit ins Spiel gebrachte numerus clausus (beim Übergang von Klasse 9 in Klasse 10) ist unakzeptabel.

Für die Haupt- und WerkrealschülerInnen aus den Teilorten sollen die Schulbusfahrpläne besser auf die Unterrichtszeiten abgestimmt werden. Die Grundschulen in Steinbach, Neuweier und Varnhalt müssen Bestandsschutz erhalten. Wir möchten in jedem Fall Busfahrten für Grundschüler vermeiden und bevorzugen die Alternative “Doppelklassen” in den betroffenen Stadtteilen.

Ferienbetreuung ausweiten

Die Kernzeitbetreuung an allen Grundschulen muss weiter verbessert und optimiert werden. Mit dem Sommerferienprogramm des Stadtjugendrings wäre ein gutes Betreuungsangebot gegeben, wenn dieses auch stärker auf die Stadtteile ausgedehnt würde und problemlos auch bei der Ortsverwaltung Rebland gebucht werden könnte. Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Eltern ist unbedingt ein Angebot auch in den „kleinen“ Ferien nötig.

Spielmobil, betreuter Spielplatz

In Baden-Baden gibt es für Kinder zu wenig Freizeitangebote außerhalb der Vereine. Gerade für Schulkinder müssen neue attraktive Angebote geschaffen werden.

Ein Vorschlag ist ein Spielmobil nach dem Vorbild anderer Städte. Die MitarbeiterInnen des Spielmobils suchen die Kinder vor Ort auf und bieten Freizeitbeschäftigung alternativ zum Fernsehprogramm. Ein solches Spielmobil ist sehr flexibel und soll gerade auch in den Teilorten eingesetzt werden.

Als weitere Idee schlagen wir die Schaffung eines betreuten Spielplatzes vor. Ein solcher betreuter Abenteuerspielplatz im Rebland könnte den Kindern einen größeren Raum zur Entfaltung und darüber hinaus Gelegenheit geben, soziale Spielregeln zu erlernen.

Jugendliche – Zukunft der Gesellschaft

In unserer Stadt existieren vielerlei Jugendverbände und Jugendabteilungen von Vereinen und Organisationen, mit unterschiedlichsten Zielsetzungen.

Durch den Stadtjugendring steht eine Organisation zur Verfügung, die die Jugendarbeit koordiniert und ein breites Serviceangebot für alle Mitgliedsorganisationen aufbaut.

Um auf die gesamte Angebotspalette für die Jugend aufmerksam zu machen, sollte in den Außenstadtteilen an öffentlichen Orten (Schulen, Jugendtreff, öffentl.Gebäude) Informationstafeln angebracht werden, die auf einen Blick Auskunft geben über die aktuellen Beratungs- und Freizeitangebote in der Gesamtstadt.

Jugendliche auf öffentlichen Plätzen und in der Schule

Jugendliche – sowohl in der Kernstadt als auch in den Teilorten – brauchen Raum, wo sie sich entfalten und eigene Ideen verwirklichen können. Das Angebot darf sich nicht auf Jugendtreffs beschränken, sondern muss auch andere zeitgemäße Freizeitbeschäftigungen enthalten. Dazu gehören flächendeckend aufgestellte Basketballkörbe, jedermann zugängliche Beach-Handball/Volleyballfelder und eine Liberalisierung der Nutzungszeiten von Spiel- und Bolzplätzen.

Sparmaßnahmen müssen vor den Bereichen Kinder und Jugendliche halt machen. Spätestens in einigen Jahren würden sich solche Einsparungen rächen. Deshalb ist die Finanzierung der Kinder- und Jugendförderung aufrechtzuerhalten.

Beteiligungsrechte für Jugendliche erweitern

Wichtig ist, dass sich die Kommunen bemühen, den Jugendlichen eine Perspektive für die Zukunft zu geben.

Jugendliche müssen nicht nur von der Politik in den Kommunen verstärkt mit ihren Problemen wahrgenommen werden, sondern auch für die Politik motiviert und in diese eingebunden werden. Dies kann z.B. über eine direkte Beteiligung von Jugendforen oder Jugendinitiativen sein oder indem Jugendliche als sachkundige Bürger benannt werden.

Runde Tische vor Ort zur Jugendarbeitslosigkeit müssen verstärkt eingerichtet werden; an ihnen sollen auch die Gewerbetreibenden teilnehmen. Bei der Schaffung und Ansiedlung von qualifizierten Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, insbesondere auch für benachteiligte Jugendliche, sollte die Stadt mehr aktiv werden. Für den Bereich von Haupt- und Werkrealschule ist im Rahmen des Handels/Handwerkskammerprojektes “Wirtschaft macht Schule” Kooperation mit einem oder mehreren Betrieben aus Wirtschaft und Handwerk anzustreben.

Jugendtarif beim ÖPNV

Junge Menschen wollen mobil und unabhängig sein; sie sind auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen. Auf eine bessere Vertaktung des Bus- und Stadtbahn-Angebots mit umliegenden Gemeinden (z.B. Bühl) ist weiter hinzuarbeiten. Um die Fahrtkosten für Jugendliche erschwinglich zu machen, soll unsere Stadt beim KVV (Karlsruher Verkehrsverbund) die Einführung von Ein- und Zweizonentarifen innerhalb des Reblandes und nach Bühl für öffentliche Verkehrsmittel fordern. Auch der Besuch höherer Schulen in Achern und Sasbach muß mit der KVV-ScoolCard (ohne den derzeit noch nötigen Kauf einer zusätzlichen TGO-Monatskarte) ermöglicht werden.