Kultur, Kulturarbeit, kulturelles Angebot im Rebland

In Zeiten knapper Kassen von Kultur und deren Förderung zu reden, erscheint manchem etwas leichtfertig.

Unterziehen wir aber die verschiedenen Aspekte des Begriffs Kultur einer näheren Betrachtung, so verliert sich dieser Eindruck recht schnell.

Kultur macht einen wesentlichen Bestandteil unseres Mensch-Seins und unseres sozialen Lebens aus, die Zivilisation einer Gesellschaft wird immer auch an ihrem kulturellen Leben gemessen. Das „Wir-Gefühl“ einer Gesellschaft (wie auch einer Kommune), ihre intellektuelle Disziplin und ihre Toleranz werden wesentlich vom Stand ihres kulturellen Lebens geprägt.

Was in Zeiten finanzieller Knappheit sicherlich geschehen muss, ist, die verschiedenen kulturellen Angebote auf ihre die sozialen Schichten übergreifende Breitenwirksamkeit zu überprüfen.

Bücherbus und Volkshochschule sind kommunale Einrichtungen, die an erster Stelle hinsichtlich dieser Breitenwirksamkeit genannt werden müssen.

Menschen jeden Alters und aus allen gesellschaftlichen Schichten nehmen hier die Gelegenheit zu Begegnung, Informationsbeschaffung und Weiterbildung wahr. Die im Grundgesetz verankerte Chancengleichheit wird damit auf kommunaler Ebene erfolgreich umgesetzt. Bücherbus und Volkshochschule stellen wichtige Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten dar, die auch in Zeiten finanzieller Dürre (und gerade dann!) eine wichtige Funktion für den chancengleichen Erwerb von Medienkompetenz und Weiterbildung innehaben, die aber auch Diskussionsforen schaffen für die Probleme unserer Zeit des Umbruchs und der Globalisierung.

Bündnis 90/Die Grünen halten diese Aufgaben für grundlegend und unverzichtbar und werden sich deshalb weiterhin für eine gute Ausstattung und den Erhalt dieser beiden Einrichtungen einsetzen.

Ebenfalls eine hohe Breitenwirksamkeit – hier aber im Besonderen für die Jugend – hat die Musikschule, die eine außerordentlich erfolgreiche Arbeit von der musikalischen Früherziehung bis hin zur Ensemblearbeit mit (jungen) Erwachsenen leistet. Auch sie ist aus dem städtischen Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Unser neuer Oberbürgermeister Gerstner hat mit kräftiger Unterstützung unserer grünen Gemeinderatsfraktion den weiteren Bestand der städtischen Musikschule durchgesetzt.

Weiterhin werden die KandidatInnen von Bündnis 90 / Die Grünen sich für ein Freiluft-Kino stark machen. Gerade für junge und alte in ihrer Mobilität eingeschränkte Mitbürger wäre ein derartiges Kino am Ort eine wünschenswerte Einrichtung.

Viele kulturelle Bereiche in unserer Stadt werden aber auch von Vereinen, Kirchen und privaten Initiativen abgedeckt und engagiert durchgeführt. Hier seien beispielhaft nur die Steinbacher Winzertage, das Varnhalter Dorffest und das Sommertheater in Neuweier genannt. Dies alles führt zu einer Farbigkeit und Vielfalt, die auf jeden Fall unterstützenswert ist, für jeden etwas bietet und das Leben im Rebland bereichert und prägt. Und diese Farbigkeit sollte auch in Zukunft erhalten und gefördert werden.

Vereine

Unsere Vereine leisten einen großen Beitrag in Jugendarbeit und Kultur. Sie fördern und bereichern das Gemeinschaftsleben. Wann wird unsere Oberbürgermeisterin ihr Wort einlösen ? Wir von Bündnis 90/Die GRÜNEN haben als Resultat einer Anfang 2004 durchgeführten Vereinsbefragung konkrete Probleme der Sport treibenden und kulturellen Vereine durch die gegen die Stimmen der bündnisgrünen Gemeinderäte gekürzten städtischen Vereinszuschüsse erfahren. Wir Grüne setzen uns unbeirrt dafür ein, dass die seither bestimmende Mehrheit im Gemeinderat ihre getroffenen vordergründigen Einsparungen zu Lasten der Vereine wieder rückgängig macht. Oder finden Sie, diese einseitigen Belastungen seien gerecht? Was bleibt uns im Rebland denn noch an Lebens- und Freizeitqualität, wenn unsere Vereine finanziell am Boden liegen? Welche Auswirkungen hat das auf Dauer für uns alle? Wer bezahlt danach die noch viel höhere Rechnung für ein dann kaum noch existierendes soziales Miteinander? Und wer soll für die zusätzlichen „Reparaturkosten“ dieser völlig verfehlten Stadtpolitik aufkommen? Mit höheren Mitgliedsbeiträgen ist dies wohl nicht zu schaffen!

Die Realisierung der gegebenen (verbindlichen) Versprechen unserer Stadt und deren Gemeinderat, als Ersatz für die veräußerte Meister-Erwin-Halle in Steinbach eine Kulturhalle zu errichten, muss endlich angegangen werden. Die KandidatInnen der Bündnisgrünen werden sich dafür einsetzen, dass im städtischen Haushalt 2010 vorrangig Planungsmittel eingesetzt werden, die spätestens 2011/2012 den Bau der Steinbacher Kulturhalle ermöglichen. Diese Maßnahme muss Vorrang vor außerstädtischen finanziellen Engagements haben und dient dem Erhalt und weiteren Ausbau der Vereinsaktivitäten (beispielsweise eines zumutbaren Proberaumes für die Stadtkapelle Steinbach), wie dies übrigens auch allen anderen Stadtteilen zugestanden wird. Die Rebland-CDU äußert sich hierzu so, dass “das Ersatzbauwerk für die Meister-Erwin-Halle bei ihr nicht in Vergessenheit geraten ist”; – wir Bündnisgrünen dringen bei unserem neuen OB Gerstner seit dessen Amtsbeginn konsequent auf Erfüllung dieser verbindlichen städtischen Zusage.